Die Fortitudo hat sich in den vergangenen Jahren als leistungsfähige Transportlösung für anspruchsvolle Schwerguttransporte auf Europas Binnenwasserstraßen etabliert. Nun erhält das Schiff ein umfangreiches technisches Upgrade.
Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2018 ist die Fortitudo europaweit für anspruchsvolle Projekt- und Schwerguttransporte im Einsatz. Gebaut wurde der Schwergutleichter im französischen Fécamp in der Normandie. Die Peniche wurde speziell für den Transport von Schwergutkolli und sperrigen Projektladungen konzipiert und kann Stückgewichte von bis zu 300 Tonnen direkt über das Binnenwasserstraßen- und Kanalnetz transportieren. Ohne dieses Konzept wären solche Transporte häufig nur aufwendig über den Kurzstreckenseeverkehr abzuwickeln.
Insbesondere auf den französischen Wasserstraßen spielt die Fortitudo ihre Stärken aus. Der Schwergutleichter ist präzise auf die Anforderungen des französischen Kanalnetzes ausgelegt. Die Abmessungen orientieren sich an den Schleusenvorgaben und ermöglichen einen besonders effizienten Einsatz. Während eine klassische Peniche bei einem erlaubten Tiefgang von 180 bis 200 Zentimetern üblicherweise etwa 220 Tonnen transportiert, erreicht die Fortitudo eine deutlichhöhere Kapazität.
Auch die Laderaumeinfahrt wurde erweitert: Mit einer Breite von 460 Zentimetern gegenüber den üblichen 380 Zentimetern klassischer Penichen bietet die Fortitudo zusätzliche Möglichkeiten für den Transport großdimensionierter Projektladungen.
Umfangreiche Modernisierungsarbeiten
Aktuell befindet sich die Fortitudo in einem umfassenden Umbau- und Modernisierungsprogramm. Aus dem bisherigen motorisierten Leichter entsteht ein vollwertiges Motorschiff. Die Arbeiten markieren einen weiteren wichtigen Schritt in der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Flotte von Haeger & Schmidt Logistics.
„Mit dem aktuellen Umbau schaffen wir die Grundlage, die Fortitudo künftig noch flexibler und leistungsfähiger in der europäischen Projektlogistik einsetzen zu können“, erklärt HSL-Niederlassungsleiter aus Neuenburg Toni Nicolay. „Die Modernisierung ist ein wichtiger Schritt, um den steigenden Anforderungen unserer Kunden auch langfristig gerecht zu werden.“
Im Mittelpunkt des Umbaus steht die technische Modernisierung des Schiffes. Die Fortitudo erhält einen deutlich stärkeren Hydraulikantrieb sowie eine neue Schiffsschraube, wodurch künftig präzisere und leistungsfähigere Manöver möglich werden. Darüber hinaus wird ein neuer Wohnbereich für die Besatzung geschaffen, der die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen an Bord nachhaltig verbessert.

Auch das Steuerhaus wird teilweise neu aufgebaut und umfassend modernisiert. Ergänzt werden die Arbeiten durch den Bau und die Installation eines mobilen Gangbords, das zusätzliche Flexibilität im täglichen Betrieb ermöglicht. Sämtliche Umbauten orientieren sich an aktuellen ESTRIN-Bauvorschriften und modernen technischen Standards.
Technische Weiterentwicklung der Flotte
Mit dem Umbau reagiert Haeger & Schmidt Logistics auf die steigenden Anforderungen im europäischen Projekt- und Schwergutmarkt. Durch die technische Modernisierung wird die Fortitudo künftig noch flexibler, effizienter und unabhängiger einsetzbar sein. Die Arbeiten wurden planmäßig bis Ende Juli abgeschlossen. Mit der modernisierten Fortitudo stärkt Haeger & Schmidt Logistics nun gezielt seine Kapazitäten in der Projektlogistik und baut diese weiter aus.